Mit Kindern über den Tod sprechen

Wir sind Mitglied im Bundesverband Verwaiste Eltern und Geschwister in Deutschland e.V. (VEID)

...und Ihr offizieller Ansprechpartner im Saalekreis und Burgenlandkreis.

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"Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling.

Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu."

H.Chr. Andersen

 

Wie ist das eigentlich, wenn man tot ist?

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Eine Frage von einem Kind. Und wie so oft, wenn Kinder fragen, ist dies nicht nur unverblümt und entwaffnend offen, sondern trifft in aller Einfachheit sogar den Kern vieler tiefsinniger Gedanken von Erwachsenen.

Wir alle wissen und begreifen nicht, was der Tod ist. Wie er sich anfühlt, welche Gestalt er hat, welche Dimension. Folglich ist das eine vollkommen berechtigte Frage – wie ist das eigentlich, wenn man tot ist? Wir alle, die wir am Leben sind, wissen es nicht. Wir haben den Tod noch nicht erfahren, jedenfalls nicht bewusst oder in einer Form, derer wir uns erinnern könnten. Woher also sollten wir es wissen? Lediglich auf der imaginären Ebene können wir uns damit beschäftigen und versuchen, uns eine ungefähre Vorstellung vom Unbegreiflichen zu machen.

Wenn wir zu Lebzeiten mit dem Tod konfrontiert werden, dann ist es zumeist, weil wir einen nahestehenden Menschen verloren haben. Statistisch gesehen, erlebt ein Mensch alle 13 Jahre einen Sterbefall in der Familie oder im nahen Umfeld. Das bedeutet, dass wir uns nur alle 13 Jahre intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. Der geliebte Mensch fehlt uns, wir vermissen ihn schmerzlich, wir bleiben ohne ihn in diesem Leben. Wir trauern und denken, nun wäre sie da, die Konfrontation mit dem Tod. Jedoch geht es beim Erleben eines Trauerfalles mehr um die Auseinandersetzung mit dem Verlust als um die mit dem Tod. Die Beschäftigung mit uns und der Frage „Was bedeutet das nun für mich?“ steht im Vordergrund.

Wie wäre es, wenn wir in Zeiten der Trauer versuchen würden, uns ein wenig mehr die Welt der Verstorbenen vorzustellen? Wie geht es dem verlorenen Menschen nun dort, wo auch immer er sein mag? Es besteht die Hoffnung, dass dort alles gut ist. Ohne körperlichen Schmerz, ohne Angst und ohne Leiden.

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Schmetterling

Kinder gehen mit dem Tod viel unbefangener um als Erwachsene. An Trauer- oder Gedenktagen, wenn Sie gemeinsam alte Familienalben durchblättern, eine Beerdigung besuchen oder einen Spaziergang durch die Natur machen, tauchen bei Kindern viele Fragen auf, die mit dem Leben und dem Tod zusammenhängen.

Viele Eltern wollen ihre Kinder nicht mit traurigen und bedrückenden Themen belasten. Das funktioniert jedoch nicht, denn Kinder spüren, wenn Sie ausweichen oder unsicher sind. Reden Sie mit Ihren Kindern offen über Sterben und Tod, damit sie keine Furcht oder falsche Vorstellungen entwickeln.

Es ist gar nicht so einfach, mit Kindern über so schwierige Themen wie Tod und Sterben zu reden. Hilfreich dabei kann es sein, gemeinsam in Kinderbüchern zu lesen, die sich mit dem Tod beschäftigen.

 

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Tipps für Kinderliteratur zum Thema Sterben

Karen Katafiasz: "Vertraue Deiner Trauer"

Evan Kuhlmann: „Der letzte unsichtbare Junge“

Uwe Saegner: „Papa, wo bist du?“

Amelie Fried, Jacky Gleich: „Hat Opa einen Anzug an?“

Susan Varley: „Leb wohl, lieber Dachs“

Monika Weize, Eric Battut: „Wie der kleine rosa Elefant einmal sehr traurig war und wie es ihm wieder gut ging“

Gern stellen wir Ihnen Literatur zur Verfügung.